Der Raum als Erlebnis in der Presse am 24 Mai. 2013

Ein schöner Abriss unserer Tätigkeiten in den vergangenen Jahren und das auch noch in Interviewform

Sieghard Preis ist Geschäftsführer der TAO Beratungs- und Management GmbH. Wir wollten wissen, was hinter den Kulissen der Bühne des Erfolgs steckt und wer dafür an welchem Strang ziehen muss.

schau: Herr Preis, Ihr Unternehmen ist in der Tourismusberatung tätig. Wieso haben Sie sich für dieses Segment entschieden?
Ich war früher Geschäftsführer der Tourismusregion Ossiacher See. Dadurch habe ich viele Impulse für den Bereich des Betriebsmarketings bekommen. Man hat als Geschäftsführer einer Tourismusdestination sehr viele verschiedene Aufgaben. Es war aber nicht immer leicht, diese frei und selbstbestimmt zu erledigen. So entstand die Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen, um autark am freien Markt agieren zu können.

schau: Was sind die Kernkompetenzen Ihrer Firma?
Die ursprüngliche Idee bezog sich auf ganzheitliche Orts- und Regionalentwicklung. Das bedeutet die Vernetzung des touristischen und kulturellen Bereichs mit anderen Wirtschaftsbereichen. Es ist uns wichtig, eine ganzheitliche Destinationsentwicklung in Gang zu setzen. Wir haben begonnen, uns auf ökologische, sanfte und nachhaltige Tourismusentwicklung zu spezialisieren. Unser Beratungsprojekte in den Geschäftsfeldern „Erlebnisraumdesign“ & „Produktentwicklung“ als auch unsere Großprojekte Österreichisches Wandergütesiegel und Österreichs Wanderdörfer zahlen auf diese Herangehensweise ein.

schau: Was genau ist die Aufgabe von TAO beim Management der „Wanderdörfer“?
„Österreichs Wanderdörfer“ ist ein Verein, von dem wir den Auftrag haben, die Gesamtorganisation dieser Angebotsgruppe zu managen. Die Produktidee und die Leistungsimpulse kommen von unserer Seite. Zu unseren spezifischen Aufgaben gehören die Vereinsbetreuung, das operative Geschäft – dazu gehören das gesamte Marketingmanagement, die Werbemittel, die Kommunikationsstrategie – und die Qualitätssicherung sowie die Angebotsentwicklung. Das bedeutet, wir sind in vier verschiedenen Bereichen aktiv. Wir sind die Impulsgeber für Wanderurlaub in Österreich.

schau: Österreich ist ein „Wanderland“. Was bedeutet das speziell?
Es gibt Wanderhotels, Wanderdörfer und Wanderwege. Das alles zusammen ergibt die Wanderdestination Österreich. Im Projekt „Österreichisches Wandergütesiegel“ ist TAO für die klare Abgrenzung zuständig. Wir definieren, was ein Wanderhotel ist, überprüfen es und vermarkten ein solches auf unserer Plattform entsprechend.

schau: Welche Voraussetzungen muss ein Hotel haben, als Wanderhotel zertifiziert zu werden?
Man muss sich auf folgende Punkte konzentrieren: Wie sieht die Raumleistung aus, wie die Erlebnisleistung, wie die Hotelinfrastruktur und wie die Serviceleistung. Für alle Bereiche gibt es im Internet, als Serviceleistung von TAO, eine Checkliste, die man durchgehen kann (www.wanderguetesiegel.at). Nach der Bestandsaufnahme folgt als zweiter Schritt ein Innovationsworkshop. Dabei werden Handlungsbedarf und Handlungsoptionen aufgedeckt und festgehalten. Der dritte Schritt ist die Leitidee-Entwicklung, dem als letzter Schritt die Gesamtkonzeptentwicklung folgt.

schau: In welchem Ausmaß beziehungsweise wann ist es als Hotelier sinnvoll, seinen Betrieb und dessen Ausrichtung zu evaluieren?
Spätestens dann, wenn man merkt, es läuft nicht mehr so gut. Das ist der Punkt, an dem man kein sicheres Gefühl
mehr hat und sogar die Stammgäste ausbleiben. Besser und erfolgversprechender ist es natürlich, schon vor dem „roten Bereich“ etwas zu unternehmen. Man muss sich als Unternehmer jeden Tag neu erfinden und schauen, was in der Branche passiert. Selbsteinschätzung spielt dabei eine zentrale Rolle. Man benötigt eine kritische Innensicht und eine aufgeschlossene Außensicht. Trotz Beherzigung dieser Überprüfungen sollte ein Hotelier mindestens alle drei Jahre einen externen Berater beauftragen, um eine unabhängige Expertenmeinung zu generieren.

schau: Was wird aus Ihrer Sicht in Bezug auf Hotels und deren Umgebungen unterschätzt?
Ganz klar das Herz! Die persönliche Beziehung zum Gast/zum Kunden. Auch die Beständigkeit wird unterschätzt. Die Authentizität und Glaubhaftigkeit. Oft aber auch die eigene Leistung.

schau: Wie kann man einem Hotelier die Existenzangst nehmen, dass er nur erfolgreich sein kann, wenn er viel Geld investiert?
Es muss das Gesamtpaket stimmen. Das Hotel muss in sich stimmig sein, die Destination muss passen und natürlich
die Leistung.

schau: Was meinen Sie, wie werden erfolgreiche
Gebiete und Hotels in 20 Jahren agieren, was wird wichtig sein? Wichtig ist eine stringente Umsetzungslinie.
Man muss seine Marktposition kennen und diese kompetent besetzen. Um authentisch zu sein, muss man das, was man verspricht, auch genau so umsetzen. Wertemarketing wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Die  Glaubwürdigkeit und das Vertrauen müssen vorhanden sein. Virtuelle und reale Welt sollen übereinstimmen.

schau: Viele glauben, dadurch, dass man dem Webauftritt heutzutage so viel Gewicht beimisst, dass man so einen Verkäufer einspart. Wie sehen Sie das?
Ich denke, dass in der heutigen Zeit die Homepage die Visitenkarte jedes Unternehmens ist. Sie vermittelt einen
ersten Eindruck. Man macht Bekanntschaft mit dem Unternehmen. Ein Großteil der Urlauber nutzt das Internet zur Urlaubsbuchung beziehungsweise als Vorinformation zur Buchungsentscheidung. Aktualität ist heute sehr bedeutend, die liefert das Internet. Der Webauftritt ist ein Glied in der Kette des Verkaufs.

schau: Projekte, die erfolgreich sind und begeistern – welche zählen Sie dazu?
Wir sind stolz auf unsere Beratungsprojekte in Österreich und Deutschland, in denen wir die Angebotsinszenierung von ganzen Destinationen (z.B. Eifel, Allgäu, Wiener Alpen), von einzelnen Orten (Schwangau, Pfronten), von Freizeitanlagen (Forstgut Schnurbein) und Hotels durchführen. Aktuell unterstützen wir den TVB Paznaun bei der Inszenierung einer Fotopointstrecke und die Eifel beim Storytelling entlang von Wanderwegen.