Fotopoints – die Landschaft wird in Szene gesetzt am 19 Nov. 2012

Claude-Glas

Bereits im 18. Jahrhundert nutzen Ausflügler einen kleinen, getönten und gerahmten Spiegel, das Claude-Glas, um die vorbeiziehenden Landschaften unter dem ästhetischen Aspekt zu rahmen. Der  Spiegel wurde dabei wie ein Rückspiegel benutzt, mit dem die Landschaft ausschnitthaft im getönten Glas im Stil der Malerei Claude Lorrains betrachtet wurde.

Reine Ausblicke sind immer noch die Grundbasis zum Erleben einer Landschaft, aber die Wertigkeit wird heute durch unterschiedliche Blickperspektiven erhöht. Die Landschaft erzählt die Geschichte und wird dabei mittels Fotopoints richtig in Szene gesetzt. Die Kunst besteht darin, Blicke auszuwählen von denen aus die Landschaft harmonisch wirkt. Dabei können Rückblicke, neue Blicke, Einblicke usw. der Blicklandschaft neue Bedeutung geben und deren Wert maßgelblich erhöhen.

Natürliche Ausblicke animieren zum Stehenbleiben

Blick ins Jamtal Dorfblick Galtür

Natürliche Aussichtsplattformen

Das Hauptgestaltungselement bei der zukünftigen Fotopointstrecke in Galtür ist der Stein in allen seinen Erlebnisfacetten, aufgrund dessen die Auswahl der HotSpots, die Gestaltung und Einrichtung der „Fotopoints“ erfolgt.

Ein Skywalk muss nicht gebaut werden, die Natur stellt uns genügend Möglichkeiten zur Verfügung. Hier werden natürliche Elemente, wie Steine,  als Aussichtsplattform genutzt.

Zeinis Luaga Wanderweg Breitspitze Der Aussichtsstein Talpanoramaweg Galtür
Steine als Aussichtsplattform Der Stein als Aussichtsplattform

Den ersten und besten Eindruck hinterlassen die Leitblicke, die die Landschaft und Kulturalität exemplarisch zeigen. Sie stellen bedeutende Aussichtsattraktionen dar, führen den Gast in die Destination ein und unterstreichen das zentrale Identitätsmuster …. Diese Leitblicke machen die Kompetenz sichtbar und stellen Beziehungen nach innen und außen her.

Der versteinerte Indianerkopf Wanderweg Breitspitze Markante Steinspitze Steingesicht  Breitspitze

Zusätzliche Gestaltungsobjete erhöhen die Aufmerksamkeit

Manche Menschen gehen auf den Berg ohne dabei die Natur zu „sehen“. Dabei ist es wichtig, sich die Zeit zu nehmen um die natürlichen Gegebenheiten zu erfassen.

Durch zusätzliche Gestaltungsobjekte wird der Landschaft erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Die Natur in ihrer Natürlichkeit steht dabei im Vordergrund und neue Exerzitien des „Schauens“ werden vermittelt, regen an, regen auf oder wirken einfach. Die Kunst besteht darin, Blicke auszuwählen von denen aus die Landschaft harmonisch wirkt. Die Maßnahmen spannen sich von der Auswahl des „avantgardistischen“ ersten Blicks bis hin zu Domestizierungsmaßnahmen wie dem Anlegen von Wegen und ihrer Markierung, der Errichtung von Schauplätzen, der Aufbereitung von Informationsmitteln mit exakter Blicklenkung für den Besucher und der blickstrategisch richtigen Platzierung von Rastbänken. Ein Vorzeigeprojekt zur Inszenierung der bestehenden Wanderwege sollen die sogenannten Fotopoints werden, die die umliegende Landschaft durch gezielte Interventionen in Szene setzen.

Damit soll das neue Erlebnis standardisiert werden – Tourismus als die Begegnung von Blicken, die nicht mehr mit dem eigenen Augen definiert werden müssen.

Hier ein paar Beispiele für einen „avantgardistischen” ersten Blick.

Urner Alpen - Steinkunst an der Sidelenhütte Steinskulptur vom Bildhauer Knut Wold auf dem Mefjellet
Trou du Mistral Kalksteinobjekt Tor zum Rosental

Schauplätze laden zum „weitblicken” ein.

Torskfjord valley Observation Platform in Talca, Chile

Informationsmitteln mit exakter Blicklenkung für den Besucher.

Davos Rathaus Infotafel mit Druchblick aus Glas Davos Infoglastafel mit Wegbeschreibung und Erklärungen

Blickstrategisch richtig platzierte Rastbänke.

Hartkaiser Hartkaiser
Panoramabank Schlick Panoramabank aus Holz

Die Seele baumeln lassen in der Panoramaliege am Wasserweg-Wanderweg Waisenegg-Piregg.

Holzbank Waisenegg-Piregg