Die systematische Verräumlichung der Erlebnisse am 18 Jun. 2012

Der erste Schritt im Erlebnisraumdesign besteht in einer systematischen „Verräumlichung“ der Erlebnisse. Die Berücksichtigung eines stringenten „Erlebnisworkflows“ in der Anordnung und Verbindung von Erlebnisbausteinen zeigt sich in dieser Phase als kraftvolle erlebnisdramaturgische Intervention. Erst nach der Gestaltung des „roten Fadens“ unter Berücksichtigung von funktionalen bedarfsorientierten Gesamtzusammenhängen entstehen klare Erlebnispunkte. Erst nach der Darstellung der Anforderungen an die touristische Erlebnis- und Vermarktungsfähigkeit müssen in einem zweiten Schritt konkrete Gestaltungsentwürfe für die jeweiligen Attraktionen, Erlebnisareale, und Erlebnisdistrikte  folgen.

Klare Strukturen – lesbare Landschaften

Erlebnispunkte, -areale und -distrikte bilden Erlebnisräume.
Jeder dieser „Räume” stellt für sich eine „Bühne” dar, welche ein besonderes Erlebnis ermöglicht. Damit der Gast/Besucher im ausgewählten Erlebnisraum problemlos navigieren und sicher orientieren kann, muss er ein kognitives Bild von der räumlichen Struktur der Landschaft entwickeln können. Diese „Welt im Kopf“ ist einzigartig, so einzigartig wie der Erlebnisraum selbst und setzt sich von Fall zu Fall aus immer neuen Bestandteilen zusammen. Eine klare Vorstellung von der räumlichen Struktur der Erlebnislandschaft beeinflusst auch das Verhalten und das Wohlbefinden des Gastes/Besuchers und macht die Landschaft für den Gast/Besucher lesbar. Dies ist eben nur möglich, wenn die Landschaft eine klare räumliche Erlebnisstruktur ausweist.

Der Spannungsbogen

Räumliche und zeitliche Anordnung der Erlebnisse (Schauplätze) um den Spannungsaufbau zu gewährleisten.

Der Spannungsbogen

Die Notwendigkeit eines Startplatzes (Here I am)

Jeder Gast eines ihm unbekannten Raumes sucht einen Ankerpunkt z.B. die Stadtmitte, den Kirchturm des Dorfes (Wahrzeichen und Landmarken) von dem aus der Raum erkundet wird. Daher ist es zur Orientierung der Besucher erforderlich, einen klaren Mittelpunkt zu schaffen; eine Hauptattraktion in die Mitte zu stellen, welche identitätsstiftend nach innen, mobilisierend nach außen sowie in gleicher Weise positionierend wirkt. Ein solcher Mittelpunkt kann ein Besucherzentrum sein – ein zentraler Anker- und Orientierungspunkt und ein architektonisch sowie funktioneller Erlebnishöhepunkt der Destination und funktionell eine Illusionsschleuße, in der die richtigen Geschichte(n), die geplanten Erlebnisse  gestartet bzw. diese den richtigen Drive erhalten und eine bequemen Einstimmung und Vorbereitung möglich ist.

Arche Nebra (Sachsen Anhalt)

Arche Nebra (Sachsen Anhalt)

www.wolff-mueller.de

CERN Besucherzentrum

CERN Besucherzentrum

© Michael Jungblut, www.hasenkopf.de

Besucherzentrum in Pollegio

Besucherzentrum in Pollegio

www.architektourist.de

Um diesen Mittelpunkt herum ordnen sich die Haupterlebnisdistrikte, in deren eigener Mitte wiederum ein Wahrzeichen für Orientierung und Differenzierung sorgt. In einer anbieterorientierten Produktpräsentation werden die Besucher durch eine zentripetale, kaskadierende Anordnung der Attraktionen in das Erlebnis „hineingezoomt“ und verführt, den Erlebnisraum mit der Energie der eigenen Neugierde zu erkunden.