Trends im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien 3/3 am 10 Okt. 2011

Im dritten und letzten Teil unserer Blogreihe „Trends im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien” präsentieren wir Ihnen den Vortrag:

Unternehmen 2020 – das Internet ist erst der Anfang

Vortragende: Tim Cole, Journalist und Buchautor

In seinem Vortrag spricht Tim Cole vor allem drei Trends an:

Trend Nummer 1: Die totale Vernetzung
Bei Trend Nr. 1 betont Cole vor allem, dass die totale Vernetzung über das technische Zuständigkeitsgebiet hinausragt. Vernetzung bedeutet auch einen Veränderungsprozess, der sich auf der menschlichen Ebene vollzieht. Anschaulich präsentiert er dieses Beispiel mit dem intelligenten Kühlschrank und der intelligenten Personenwaage: Der intelligente Kühlschrank zeichnet sich dadurch aus, dass er programmiert werden kann, in der Lage ist Barcodes zu lesen, sowie auch Lebensmittel aus dem Supermarkt um die Ecke bestellen kann, der wiederum dann die Lebensmittel nach Hause, direkt in den Kühlschrank, liefert. Diesen Kühlschrank gibt es derzeit in Korea und Japan. Die intelligente Personenwaage gibt es auch. Diese ist mit dem Internet verbunden und meldet bei Übergewicht dies an den zuständigen Arzt und schickt automatisch eine Anfrage für einen Arzttermin. Was aber nicht bedacht worden ist, ist eigentlich, was passiert wenn der Kühlschrank sich mit der Waage verbindet? Die Veränderung überrascht uns, und nicht immer werden die Zusammenhänge bedacht. Tim Cole lieferte uns dazu noch ein weiteres Beispiel, das er persönlich erfahren hatte: Er verwendete die Küchenplaner App von Ikea, welche er es „wunderbares“ Spielzeugtool beschrieb. Nur löste dieses „wunderbare“ Tool auch Verdutztheit bei Tim Cole aus, als er erfuhr, dass die App nicht mit dem Bestellwesen gekoppelt war, sondern manuell und daher auch zeitintensiv zu erfolgen hatte.

Cole betonte auch des Weiteren – wie auch bereits im Blogartikel digital is now erwähnt – dass sich das Machtverhältnis immer mehr zu Ungunsten des Unternehmens und zu Gunsten des Kunden verschiebt. Die Kunden bekommen eine grenzenlos erscheinende, große Auswahl von Leistungen in einer sehr transparenten und globalen Art und Weise geboten. Dem Kunden steht eine Vielzahl von Kommunikationskanälen zur Verfügung und der Kunde entscheidet auch, welchen Kanal er verwendet möchte. Auch die Dialogfähigkeit des Kunden steigt durch die Möglichkeiten von Social Media Plattformen immens an. Für die Unternehmen gilt es, diese Macht der Kunden für sich zu nutzen. Cole liefert Amazon als Best-practice-Beispiel für das gekonnte Ausnutzen individuellen Zielgruppenansprache, indem es Amazon gekonnt gelingt, eine individuelle, personifizierte Homepage seinen Kunden bieten zu können.

Trend Nummer 2: Totale Mobilität
Bei Trend 2 bringt er die totale Mobilität mit den Schlagworten „digitale Nomade“ und „digitale Beduine“ in Beziehung. Er wies uns auch darauf hin, dass in Amerika die Foursquare App weitaus populäre ist als hier zu Lande. McDonalds & Co werben dort mit Gutscheinen und Upgrades, wenn User diese App verwenden.

Der zweite Bereich hinsichtlich totaler Mobilität betrifft das Büro von morgen. Er beschreibt dabei die Ideologie und Studie des Fraunhofer Instituts, dass das klassische, stationäre Büro, wie wir es heute haben sich immer mehr zu Gunsten flexibler Büros auflösen wird.

Trend Nummer 3: Totale Kommunikation
Im Trend Nummer 3 betont Cole noch einmal die Macht der Kunden im Zeitalter von Social Media. Er verwirft den Begriff Web 2.0 und spricht vor allem von einem „Mitmach-Internet“. Ebenfalls zitiert er in seinem Vortrag den Internet-Guru Ossi Urchs, der sagt: „Social Media ist nicht wie Schnupfen, es geht nicht wieder weg.“ Social Media wird daher nicht nur als etwas Beständiges angesehen, sondern auch als etwas sehr relevantes, das er mit dem zweiten Zitat, von Dr. Martin Oetting von der trend AG zum Ausdruck bringt:“ Guten Tipps von Freunden glauben wir mehr als jeder Hochglanzwerbung“. Die Authentizität und die Glaubwürdigkeit in der Kommunikation zwischen Kunden sind höher als wenn sie einseitig vom Unternehmen an den Kunden vermittelt wird. Auch hier zeigt Cole wieder sehr gelungen beispielhaft einige Chancen (Beispiele: Groupon, Social Recruitement bzw. Employer Branding, z.B. bei Xing oder LinkedIn, Microblogging bei Twitter, z.B. als Crowdsourcing Möglichkeit von Kirstin Walter alias die Safttante) auf, die sich aus dem „Mitmach-Internet“ ergeben, aber er lässt auch die Risiken nicht unbemerkt (Beispiele: Der vernachlässigte Naturschutz von Kitekat, Rechtsstreitigkeiten mit Kaffee Partner)