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Ein Bericht über das Markensymposium der Österreich Werbung im Lentos der Kulturhauptstadt Linz am 13.10.2009

Homeseekness für Heimat

Sehnsucht Heimat, das war der vielversprechende Titel des Markensymposiums der Österreich Werbung im Linzer Lentos. Schon das angebissene  Lebkuchenherz mit Zuckerguss als Veranstaltungssymbol ließ ahnen, dass die Veranstalter einen Spagat zwischen wirtschaftlicher Pragmatik  und “politischer” Korrektheit versuchten.

Armin Thurnher stellte gleich am Beginn die Frage, wie Heimat und Markentechnik zusammengehen, um am Ende den Vorschlag zu unterbreiten,  anstatt von Heimat von „Homeseekness“ zu sprechen. Offensichtlich ist er der Meinung, dass der Begriff Heimat selbst und nicht die handelnden Personen schuldhaft an den Schrecken des 2. Weltkriegs teil hatten und daher auch der Begriff ausgemerzt werden sollte. Heimat impliziert unwidersprochen Geborgenheit, Nähe und Authentizität, das sollte man auch mit heimischen oder zumindest heimeligen Worten auszudrücken versuchen.

Heimat, ein verklärter Begriff, der Nachfrage schafft?

Thurnher meint auch, dass es paradox ist, Patriot zu sein, weil Patriotismus im Nährboden des Mangels, des persönlichen Schlechtgehens  gedeiht und  ein „liebevolles Reiben am Vaterland“ das Wesen des Patriotismus begründet. Das ließe den Umkehrschluss  zu, dass in Zeiten der Krise die Sehnsucht nach Heimat wächst und einen  relevanten  Leistungswert darstellt. Auf alle Fälle handelt es sich beim Heimatbegriff um einen verklärenden Begriff. Thurnher zitiert Ernst Bloch:“Heimat ist etwas, das allen in die Kindheit scheint und (ist dort) wo noch niemand war“.

Aber „Je globaler und schnelllebiger unsere Welt wird, umso stärker ist die Rückbesinnung auf das Ursprüngliche…“( Stolba) also auf  dieses so unerreichbare Land der Kindheit, der mütterlichen Geborgenheit, der überschaubaren Kleinheit und Nähe der Dinge. Da diese Sehnsüchte offensichtlich gleicher Art bei Anbietern und Gästen vorhanden sind und die damit verbundenen Werte die Persönlichkeit Österreichs ausmachen,  liegt es nahe, auch in der Marke dafür Raum zu schaffen. Ja vielleicht liegt hier mehr Potential als in einer Neuerfindung der Erholung in Form von „Rekreativer Inspiration“.

Zum Thema bestehen zwei grundsätzliche Zugänge

„Heimat als Reise ins eigene Ich!”  also  Heimat als der ideale Ort, sich selbst zu finden  und  “Heimat,  die Sehnsucht nach einem ursprünglichen Leben!“ (Zitat Stolba), diese zwei Zugänge sind plausibel, aber der Neuheitswert ist begrenzt. Das im Neuromarketing häufig angewandte Zürcher Modell von Norbert Bischof deckt mit dem  sozialen Grundmotiv Balance (neben Stimulanz, und Dominanz)  genau dieses Spektrum haargenau ab und eine Vernachlässigung dieses Motivs würde touristische Markenstrategien zum Scheitern verurteilen. So gesehen kann es nur  eine große Bereicherung sein,  wenn wir uns mit dieser Thematik (egal unter welcher Begrifflichkeit) intensiv auseinandersetzen.

Daher schauen wir uns die Eckpunkte der heimatlichen Sehnsüchte und Ausprägungen an, auch dann, wenn es angeblich lt. Karmasin “die Gäste nicht  interessiert,  was wir für eine Heimat haben,  sondern für sich lediglich ein heimeliges Angebot (gut betreut, ehrlich bedient sein) wünschen”.

Motto: “Ganz schön langsam!” (Sophie Karmasin)

Trend der Entschleunigung und Sinnfindung:

  1. Vertrauen können
  2. Optimismus
  3. Sicherheit
  4. Verantwortung
  5. Verzicht
  6. Solidarität

Die Suche nach dem guten Leben (Ariane Tockner)

Reisen als Suche nach der inneren Heimat,  um  sich durch Austausch,  Bewertung und Bereicherung von Beziehungen selbst zu entdecken. Heimat ist aber auch die Sehnsucht nach einem ursprünglichen Leben etwa in Form von interessanten Begegnungen, einer intakten Natur oder Authentizität und der Wahrhaftigkeit im Sein.

  • Heimat als Begegnungsqualität
  • Genussentfaltung (authentische Qualitäten in der Küche, regionale Produkte)
  • Das Beste geben, was wir haben wie Musik, Kulturalität, Echtheit, Erdung, Sinnlichkeit
  • Geheimtipps für  Orte im Einklang mit dem Gefühl

Heimat, die besondere Beziehung eines Menschen zu einem Ort (Romeiß – Stracke)

  1. Soziale Kommunikation, Menschentypen die sich (in ihrer Landschaft) wohlfühlen
  2. Der Bezug wird über Symbole und vertraute Strukturen (Kirche im Dorf) transportiert. Visuelle Strukturen mit Tiefendimension, Strukturen, mit denen wir Erfahrung haben, Strukturen an denen man sich festhalten kann (Architektur)
  3. Heimat über Kultur und Ästhetik formulieren (heimelige Schönheit)
  4. Vom Produkt zur Raumgestaltung, Kleinode und Bühne Natur (ewige Konstanz, große Mutter,  Seelenlandschaft),  Spiritualität (seinen eigenen Gott, magische Plätze, Mythen und Magie, geistige und seelische Gesundheit)
  5. Harmonische Spazierwelt – Regression – richtig “doof ” sein dürfen

Resümee

Die Erwartungen an Heimat bestehen aus zutiefst menschlichen Ursehnsüchten. Die Erfüllung stellt damit auch eine Bereicherung des eigenen Lebens dar und erfordert eigentlich nichts Außerordentliches von uns als Gastgeber ab. Es genügt, nur selbst zu sein und uns selbst und ehrlich zu leben und diesen  Respekt uns selbst gegenüber auch unseren Gästen weiterzugeben.

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Der erste Eindruck

“Is des was g’scheits?” eine Frage, die mich nach einer intensiven Arbeitswoche schwer beschäftigte und eine skeptische Neugierde begründete. Das ritterliche Ambiente auf der Burg Kaprun und auch die strenge Hierarchiefreiheit unter den Teilnehmern ließ ein Gefühl von König Artus’ Tafelrunde aufkommen, obwohl es keine Runde sondern zwei rechteckige lange Tafeln waren, an denen erwartungsvolle und disziplinierte Teilnehmer sich selbst organisierten. Von den vorgeschlagenen Themen sind mir besonders “User generated content” , “Destination 2.0 von Martin Schobert” und “E-Mailmarketing” ins Auge gestochen. Sehr groß war allerdings mein Erstaunen, als ich in den Sessions “Social Media Monitoring”, “WEB Videomarketing” und “Facebook – richtig nutzen”, in die ich zufällig geraten war, meine oberflächliche Vorstellung von dieser Welt feststellen mußte.

Sozial Media Monitoring oder “Worüber reden die Leute?”

Bei der Erwähnung von mindestens dreizehn Tools ist für mich besonders interessant das Tool “Meltwater” als Online-Clipping Werkzeug, das müssen wir für ÖWD (Österreichs Wanderdörfer) unbedingt einführen. Aber noch wichtiger war die Erkenntnis, dass wir in diesem Bereich ziemlich blank sind und aufgrund der gegebenen Möglichkeiten eher im Blindflug dahinbrausen. Es ist großer Handlungsbedarf gegeben und wir werden darüber hausintern eine “Guideline” anfertigen. Beruhigend war allerdings die gemeinsame Erkenntnis, dass das effizienteste Monitoring immer noch das der Praktikanten ist, daher immer noch einiges an Handarbeit benötigt.

Mindmap über Session

Mindmap über Session - Zusammengestellt von Michael Faber

Web Video Marketing – oder so richtig Spaß bei der Arbeit haben

Where the hell ist Matt?” Offensichtlich haben es alle im Saal bereits gewußt – ich nicht! Das beste Medium, um gute Geschichten zu erzählen und so vielseitig einsetzbar! Mit diesem Medium kann jeder originell, erfinderisch, künstlerisch, ideenreich und wichtig sein. Wir sollten alle unsere Wanderdörfer motivieren, ihre speziellen Wandervideos bei uns zu posten und damit mehr Spaß, mehr Abwechslung und neue Perspektiven auf unserem Portal sichtbar und erfahrbar zu machen. Und offensichtlich ist es ganz leicht, “authentische” Videos zu machen, man/frau muß bei der Aufnahme nur ordentlich wackeln. Und ganz wichtig, die besten Videos findest du bereits auf Youtube.

Einfach ausprobieren und Spaß haben:

Marke im Tourismus – eine lustige Diskussion

Die Marke im Internet ist tot!? So die Behauptung des Eingangsstatements. Aber hier haben sich die WEB Spezialisten aufs Glatteis gewagt. Keine Marke gibt es nicht. Es kann wohl unbekannte, unattraktive, schlechte oder untaugliche Marken geben, aber wie heißt es so schön bei Laotse:  “Das Nennbare ist die Mutter aller Dinge” und sobald ich die Sache benenne, ist schon ein Kristallisationskern für eine Markenbildung gelegt. Aber das hat ja schon Watzlawick mit seinem berühmten Axiom “Man kann nicht nicht kommunizieren!” postuliert (und natürlich auch gepostet!).

Für TAO ist ein definiertes Markenbild die Grundlage für die Entwicklung von Erlebnisräumen und ihre Notwendigkeit steht daher außerhalb jeden Zweifels.

Social Media is like teen sex!

Olaf Nitz ist es gelungen, aufzuzeigen, dass Facebook mit seinen über 250 MIO Nutzern eine eigene Erlebniswelt im Internet darstellt, was die Frage aufwirft, ob es überhaupt notwendig ist, eine eigene WEB Seite zu betreiben oder ob es genügt, sich einfach in die Facebookwelt einzuloggen! Auf alle Fälle sehe ich die Notwendigkeit für die Wanderdörfer, in Facebook zumindest eine Filiale aufzumachen (Wanderdörfer//Facebook). Die wesentlichen Aussagen hat Olaf Nitz auf ppt festgehalten:

Die Welt des Uwe Frers oder ein  Déjà-vu-Erlebnis

TripsbyTips verfolgt offensichtlich eine sehr ähnliche Portalstrategie wie die Wanderdörfer. Vor allem das Integrationsangebot von Destinationen über Widgets und die zukünftige inhaltliche Ausrichtung in der GIS-unterstützten Leistungspräsentation macht diese Plattform für die Wanderdörfer sehr attraktiv. Wir werden uns mit Uwe Frers zusammensetzen (bzw. haben erfolgreiche Vorbereitungsgespräche gestartet) und über eine Kooperation konkret reden.

Zusammenfassung:

Eine spannende Art wertvolle Informationen auszutauschen, wir sollten diese Methode auch für die interne Zusammenarbeit mit unseren Partnern für Nicht-WEB-Themen übernehmen. Die WEB-Welt hat sich einen Spalt weiter für uns geöffnet und unsere Entscheidung, auf Wordpress zu sezten, hat sich in den Diskussionen im Umfeld der Veranstaltung als richtig erwiesen.

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