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Digital is now – die Touchpoints für Marken und Unternehmen von morgen

Die Medienlandschaft ist zahlreichen Veränderungen unterworfen: Es zeichnet sich nicht nur eine Zunahme der Mediennutzung ab, sondern auch die Vielfalt und Vernetzung der Medien und die Übertragungs-geschwindigkeit der Medien nimmt rasant zu. Der Erfolg eines Unternehmens hängt künftig auch davon ab, wie rasch, kompetent, zielsicher und nachhaltig das veränderte Mediennutzungsverhalten in den Unternehmensstrategien und -konzepten berücksichtigt wird.

Die Referentin dieses Workshops und Vortrags war Mag. Vera Steinhäuser, Head of Digital der Agentur DBB Tribal in Wien. In ihrem Workshop und Vortrag sind vor allem folgende Aspekte angesprochen worden:

Es wird zwischen den beiden Gruppen „Digital Native“ und „Digital Immigrants“ unterschieden. Während „Digital Natives“ nach 1980 geboren wurden und mehr oder weniger bereits im Zeitalter der Informationstechnologie aufgewachsen sind, sind „Digital Immigrants“ alle Personen, die nach 1980 geboren worden sind. Die Digital Immigrants verzeichnen mittlerweile einen rasanten Zuwachs in der Nutzung von digitalen Medien. Die steigende Zuwendung ist unter anderem auch auf die zunehmende Simplifizierung der digitalen Technologien zurückzuführen. Studien zu den Digitial Natives zeigen, dass dieser Personenkreis für den E-Learning Bereich äußerst prädestiniert ist. So kann die junge Zielgruppe interaktive Inhalte mittlerweile besser aufnehmen als etwa statische, etwa in Form von Büchern vermittelte, Inhalte. Wie geschickt bereits die jüngsten mit der Iphone-Technologie im Speziellen umgeht, kann bei You Tube angeschaut werden, wenn man in die Suchfunktion „baby +iphone“ eingibt.

Das Internet liefert permanent ein erreichbares, schnelles und unendliches Reservoir an Informationen an. Die Transparenz von Informationen, sowie auch deren Möglichkeit zur Weiterempfehlung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Werbebotschaften die von den Unternehmen an die Öffentlichkeit getragen werden, werden nicht mehr bloß aufgenommen, sondern in weiterer Folge auch von den Konsumenten interpretiert. Nicht mehr die Präsentation des Produkts oder der Marke allein steht im Vordergrund werblicher Aktivitäten, sondern vielmehr zählen nun die Meinungen und Ansichten der Konsumenten. Die Unternehmen werden davon ausgehend aufgefordert, dem Konsumenten zuzuhören, von ihm zu lernen, sich an ihn auszurichten, sowie ihn auch in ausgewählte Unternehmensprozesse zu involvieren. Die zunehmende Transparenz und Mitbestimmung der Konsumenten im Unternehmensumfeld bringen Chancen, aber auch Risiken mit sich. Wie Risiken zum Tragen kommen können, können z.B. im Artikel der deutschen Zeitung Spiegel „Virale Werbefallen – Pril schmeckt nach Hähnchen“ nachgelesen werden. Die Chance zum Erfolg konnten vor allem TOM Shoes oder Best Buy nutzen:

TOM Shoes:

Best Buy:

Aus dem ursprünglichen Werbeziel „Aufmerksamkeit zu generieren“, ist vor allem die zusätzliche Anforderung „Engagement zu generieren“ entstanden. Dabei ist zu beachten, dass einseitige Kampagnen sich vorher gut vorausplanen ließen, die heute entstehenden Dialoge hingegen jedoch nicht. Die Unternehmen  können zwar langfristig ihre allgemeinen Themenbereiche abstecken, sowie diese auch mittelfristig anpassen, jedoch stehen sie kurzfristig auch mehr und mehr vor der Herausforderung so schnell wie möglich zu reagieren, auch wenn dies nicht immer dem Anspruch nach Perfektion und totaler Kontrolle entspricht. Ebenso steigt die Unsicherheit über die Voraussagbarkeit des Erfolgs einer Kampagne. Herausragende Kampagnen mit starker Emotionalität, Unternehmensidentifikation und -verbindung können zwar geschaffen werden, aber sind noch lange kein Garant dafür, dass diese bei den Menschen Gefallen finden. Schafft man es jedoch Begeisterung zu entfachen, so verbreiten sich die guten Nachrichten wie von selbst. Werbespots, die sich als gekonnt in Szene setzen konnten, sind unter anderem der Werbespot von der deutschen Telekom oder die zwei Werbespots von Volkswagen im Jahre 2010 und 2011.

Volkswagen 2010:

Volkswegen 2011:

Nicht aber nur die Botschaft alleine erlangt zunehmende Relevanz in der Werbung, sondern auch die Integration der Botschaft in Themenlandschaften. Die Internetuser schließen sich immer mehr zu themenspezifischen Plattformen zusammen. Die Interaktionen in diesen Netzwerken sind von großer Bedeutung. Netzwerkmitglieder, die ihre Meinungen zu verschieden Produkten kundtun, weisen eine viel größere Glaubwürdigkeits- und Vertrauenszuschreibung auf als vergleichsweise Hersteller. Die Bedeutung der Mundpropaganda wird nun zunehmend auch online realisiert. Die Zielgruppenabgrenzung soll aber auch eins ins Bewusstsein rufen: „Don’t count the people you reach, but reach the people you count“.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Medienlandschaft vielfältiger, komplexer und rasanter geworden ist. Diese Attribute sollen jedoch keine Furcht oder den Zwang zur Kontrolle initiieren, sondern vielmehr den Mut, die Chance und die Leidenschaft für „Social Creativity“ erwecken.

Der Workshop, als auch der Vortrag stellt sehr gut die Veränderungen in der Kommunikationslandschaft dar. Dabei wurden die Inhalte kompakt, leicht verständlich, informativ, gestalterisch und interaktiv durch Beispiele in der Praxis unterstützt, sowie auch Anreize an die eigene Kreativität gestellt. „Digital is now“ ist ein brisantes Thema, dass im Unternehmens- als auch im privaten Alltag Einzug findet und daher Werbe- und PR-Experten, Social Media- und eCommerce-Berater, sowie auch alle interessierte Personen gleichermaßen anspricht.

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Im gewöhnlichen Alltag stellt sich selten die Frage, was Raum von Landschaft und Landschaft von Natur unterscheidet. Wir genießen es, wenn wir uns wohl fühlen, spüren Unbehagen bei Störungen und in der Regel leben wir in geübten Gewohnheiten dahin, weil wir uns mit unserem Lebensraum einfach arrangieren.

Natur besteht und vergeht, ob wir dies wahrnehmen oder nicht

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Marke als Fließmuster

Eine gelungene Markenrauminzenierung verlangt „Kohärenz“,  ein stimmiges Gesamtbild im Zusammenwirken von Marke als Wunschraum, der Landschaft als Sehnsuchtsraum und dem realen Raum als Erlebnisraum. Kohärenz wird als ein Gefühl des Vertrauens, des Verstehens und der Bewältigbarkeit in einer Sache wirksam. Sie ist die erlebte Übereinstimmung zwischen Subjekt und Objekt bzw. dem Menschen und seiner Umwelt. Um dieses störungsfreie Erleben als Wohlfühlmanager zu organisieren, müssen uns die Wirkmuster des Raumerlebens im Zusammenwirken von gefühlten Landschaftsbildern und der Rolle der Natur bewusst sein. Mit Natur wird im Allgemeinen das bezeichnet, was, belebt oder unbelebt, nicht vom Menschen geschaffen wurde. Die Ressourcen die uns der Naturraum in großer Freizügigkeit zu Füßen legt. Niemals ist Natur das Gleiche wie Landschaft. Natur besteht und vergeht, ob wir dies wahrnehmen oder nicht.

Landschaft – nur ein Bild in unserem Kopf

Wolkenbilder

Landschaft als Sehnsuchtsraum

Landschaft entsteht zum Unterschied zur Natur im Kopf des Betrachters und ist ein zeitliches (Winterlandschaft), räumliches (Tal, Berg) und metaphorisches (wildromantisch, Wildnis usw.) Bild, das vom jeweiligen Nutzer und Beobachter individuell interpretiert und emotional wahrgenommen wird. Landschaft ist daher gefühlter Raum, Raum unserer Sehnsüchte,  Wünsche und Erwartungen . Alles, was der Mensch in seiner Umgebung wahrnimmt und was er in einen Zusammenhang stellt, ist Landschaft. Ihre Elemente sind Berge, Seen, Flüsse, Tiere, Pflanzen, Siedlungen, Gebäude, Wege und Straßen. Zu dieser Landschaft gehört Sichtbares und Unsichtbares, das man im Geist hinzufügt. Ein Sammelsurium von einzelnen, unbelebten und belebten Dingen ist noch nicht Landschaft. Wichtig sind die Bilder oder Metaphern, die sich Menschen davon machen, die Stimmungen, die dabei angeregt werden, sowie die Reflexion und Interpretation der Betrachter über das Gesehene, bei der man gedankliche Beziehungen unter den wahrgenommenen Dingen herstellt. Raumgestaltung ist gelungen, wenn die Landschaft eine Geschichte erzählt, eine Geschichte mit einem Anfang in längst vergangenen Tagen und ohne Ende. Eine Geschichte, die Markengeschichte Wirklichkeit werden lässt.

Die Marke erzählt eine Raumgeschichte – der Erlebnisraum als Resonanzraum der Marke

BUGA 05 München 332

Raumordnung

Ein neu formuliertes Markenbild und eine stringente Markenorientierung beinhalten die konsequente Aufforderung, sich mit dem Lebens- und Naturraum der Destination als Markenraum neu auseinander zu setzen, die durch die Marke angeregte Erwartungshaltung insbesondere über das Raumerlebnis erlebbar zu machen.

Raum konstituiert sich in der besonderen Beziehung von Orten zueinander und ihrer symbolischen Bedeutung. Er bedarf daher unserer Aufmerksamkeit und Zuwendung. „All diese Raumbeziehungen werden umso wichtiger, je stärker einzelne Personengruppen an einem Ort im Raum verwoben werden, wie dies z.B. an Orten mit großer touristischer Frequenz der Fall ist.“ (Martina Loew, Soziologie des Raumes).


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Ein Bericht über das Markensymposium der Österreich Werbung im Lentos der Kulturhauptstadt Linz am 13.10.2009

Homeseekness für Heimat

Sehnsucht Heimat, das war der vielversprechende Titel des Markensymposiums der Österreich Werbung im Linzer Lentos. Schon das angebissene  Lebkuchenherz mit Zuckerguss als Veranstaltungssymbol ließ ahnen, dass die Veranstalter einen Spagat zwischen wirtschaftlicher Pragmatik  und “politischer” Korrektheit versuchten.

Armin Thurnher stellte gleich am Beginn die Frage, wie Heimat und Markentechnik zusammengehen, um am Ende den Vorschlag zu unterbreiten,  anstatt von Heimat von „Homeseekness“ zu sprechen. Offensichtlich ist er der Meinung, dass der Begriff Heimat selbst und nicht die handelnden Personen schuldhaft an den Schrecken des 2. Weltkriegs teil hatten und daher auch der Begriff ausgemerzt werden sollte. Heimat impliziert unwidersprochen Geborgenheit, Nähe und Authentizität, das sollte man auch mit heimischen oder zumindest heimeligen Worten auszudrücken versuchen.

Heimat, ein verklärter Begriff, der Nachfrage schafft?

Thurnher meint auch, dass es paradox ist, Patriot zu sein, weil Patriotismus im Nährboden des Mangels, des persönlichen Schlechtgehens  gedeiht und  ein „liebevolles Reiben am Vaterland“ das Wesen des Patriotismus begründet. Das ließe den Umkehrschluss  zu, dass in Zeiten der Krise die Sehnsucht nach Heimat wächst und einen  relevanten  Leistungswert darstellt. Auf alle Fälle handelt es sich beim Heimatbegriff um einen verklärenden Begriff. Thurnher zitiert Ernst Bloch:“Heimat ist etwas, das allen in die Kindheit scheint und (ist dort) wo noch niemand war“.

Aber „Je globaler und schnelllebiger unsere Welt wird, umso stärker ist die Rückbesinnung auf das Ursprüngliche…“( Stolba) also auf  dieses so unerreichbare Land der Kindheit, der mütterlichen Geborgenheit, der überschaubaren Kleinheit und Nähe der Dinge. Da diese Sehnsüchte offensichtlich gleicher Art bei Anbietern und Gästen vorhanden sind und die damit verbundenen Werte die Persönlichkeit Österreichs ausmachen,  liegt es nahe, auch in der Marke dafür Raum zu schaffen. Ja vielleicht liegt hier mehr Potential als in einer Neuerfindung der Erholung in Form von „Rekreativer Inspiration“.

Zum Thema bestehen zwei grundsätzliche Zugänge

„Heimat als Reise ins eigene Ich!”  also  Heimat als der ideale Ort, sich selbst zu finden  und  “Heimat,  die Sehnsucht nach einem ursprünglichen Leben!“ (Zitat Stolba), diese zwei Zugänge sind plausibel, aber der Neuheitswert ist begrenzt. Das im Neuromarketing häufig angewandte Zürcher Modell von Norbert Bischof deckt mit dem  sozialen Grundmotiv Balance (neben Stimulanz, und Dominanz)  genau dieses Spektrum haargenau ab und eine Vernachlässigung dieses Motivs würde touristische Markenstrategien zum Scheitern verurteilen. So gesehen kann es nur  eine große Bereicherung sein,  wenn wir uns mit dieser Thematik (egal unter welcher Begrifflichkeit) intensiv auseinandersetzen.

Daher schauen wir uns die Eckpunkte der heimatlichen Sehnsüchte und Ausprägungen an, auch dann, wenn es angeblich lt. Karmasin “die Gäste nicht  interessiert,  was wir für eine Heimat haben,  sondern für sich lediglich ein heimeliges Angebot (gut betreut, ehrlich bedient sein) wünschen”.

Motto: “Ganz schön langsam!” (Sophie Karmasin)

Trend der Entschleunigung und Sinnfindung:

  1. Vertrauen können
  2. Optimismus
  3. Sicherheit
  4. Verantwortung
  5. Verzicht
  6. Solidarität

Die Suche nach dem guten Leben (Ariane Tockner)

Reisen als Suche nach der inneren Heimat,  um  sich durch Austausch,  Bewertung und Bereicherung von Beziehungen selbst zu entdecken. Heimat ist aber auch die Sehnsucht nach einem ursprünglichen Leben etwa in Form von interessanten Begegnungen, einer intakten Natur oder Authentizität und der Wahrhaftigkeit im Sein.

  • Heimat als Begegnungsqualität
  • Genussentfaltung (authentische Qualitäten in der Küche, regionale Produkte)
  • Das Beste geben, was wir haben wie Musik, Kulturalität, Echtheit, Erdung, Sinnlichkeit
  • Geheimtipps für  Orte im Einklang mit dem Gefühl

Heimat, die besondere Beziehung eines Menschen zu einem Ort (Romeiß – Stracke)

  1. Soziale Kommunikation, Menschentypen die sich (in ihrer Landschaft) wohlfühlen
  2. Der Bezug wird über Symbole und vertraute Strukturen (Kirche im Dorf) transportiert. Visuelle Strukturen mit Tiefendimension, Strukturen, mit denen wir Erfahrung haben, Strukturen an denen man sich festhalten kann (Architektur)
  3. Heimat über Kultur und Ästhetik formulieren (heimelige Schönheit)
  4. Vom Produkt zur Raumgestaltung, Kleinode und Bühne Natur (ewige Konstanz, große Mutter,  Seelenlandschaft),  Spiritualität (seinen eigenen Gott, magische Plätze, Mythen und Magie, geistige und seelische Gesundheit)
  5. Harmonische Spazierwelt – Regression – richtig “doof ” sein dürfen

Resümee

Die Erwartungen an Heimat bestehen aus zutiefst menschlichen Ursehnsüchten. Die Erfüllung stellt damit auch eine Bereicherung des eigenen Lebens dar und erfordert eigentlich nichts Außerordentliches von uns als Gastgeber ab. Es genügt, nur selbst zu sein und uns selbst und ehrlich zu leben und diesen  Respekt uns selbst gegenüber auch unseren Gästen weiterzugeben.

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