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Im gewöhnlichen Alltag stellt sich selten die Frage, was Raum von Landschaft und Landschaft von Natur unterscheidet. Wir genießen es, wenn wir uns wohl fühlen, spüren Unbehagen bei Störungen und in der Regel leben wir in geübten Gewohnheiten dahin, weil wir uns mit unserem Lebensraum einfach arrangieren.

Natur besteht und vergeht, ob wir dies wahrnehmen oder nicht

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Marke als Fließmuster

Eine gelungene Markenrauminzenierung verlangt „Kohärenz“,  ein stimmiges Gesamtbild im Zusammenwirken von Marke als Wunschraum, der Landschaft als Sehnsuchtsraum und dem realen Raum als Erlebnisraum. Kohärenz wird als ein Gefühl des Vertrauens, des Verstehens und der Bewältigbarkeit in einer Sache wirksam. Sie ist die erlebte Übereinstimmung zwischen Subjekt und Objekt bzw. dem Menschen und seiner Umwelt. Um dieses störungsfreie Erleben als Wohlfühlmanager zu organisieren, müssen uns die Wirkmuster des Raumerlebens im Zusammenwirken von gefühlten Landschaftsbildern und der Rolle der Natur bewusst sein. Mit Natur wird im Allgemeinen das bezeichnet, was, belebt oder unbelebt, nicht vom Menschen geschaffen wurde. Die Ressourcen die uns der Naturraum in großer Freizügigkeit zu Füßen legt. Niemals ist Natur das Gleiche wie Landschaft. Natur besteht und vergeht, ob wir dies wahrnehmen oder nicht.

Landschaft – nur ein Bild in unserem Kopf

Wolkenbilder

Landschaft als Sehnsuchtsraum

Landschaft entsteht zum Unterschied zur Natur im Kopf des Betrachters und ist ein zeitliches (Winterlandschaft), räumliches (Tal, Berg) und metaphorisches (wildromantisch, Wildnis usw.) Bild, das vom jeweiligen Nutzer und Beobachter individuell interpretiert und emotional wahrgenommen wird. Landschaft ist daher gefühlter Raum, Raum unserer Sehnsüchte,  Wünsche und Erwartungen . Alles, was der Mensch in seiner Umgebung wahrnimmt und was er in einen Zusammenhang stellt, ist Landschaft. Ihre Elemente sind Berge, Seen, Flüsse, Tiere, Pflanzen, Siedlungen, Gebäude, Wege und Straßen. Zu dieser Landschaft gehört Sichtbares und Unsichtbares, das man im Geist hinzufügt. Ein Sammelsurium von einzelnen, unbelebten und belebten Dingen ist noch nicht Landschaft. Wichtig sind die Bilder oder Metaphern, die sich Menschen davon machen, die Stimmungen, die dabei angeregt werden, sowie die Reflexion und Interpretation der Betrachter über das Gesehene, bei der man gedankliche Beziehungen unter den wahrgenommenen Dingen herstellt. Raumgestaltung ist gelungen, wenn die Landschaft eine Geschichte erzählt, eine Geschichte mit einem Anfang in längst vergangenen Tagen und ohne Ende. Eine Geschichte, die Markengeschichte Wirklichkeit werden lässt.

Die Marke erzählt eine Raumgeschichte – der Erlebnisraum als Resonanzraum der Marke

BUGA 05 München 332

Raumordnung

Ein neu formuliertes Markenbild und eine stringente Markenorientierung beinhalten die konsequente Aufforderung, sich mit dem Lebens- und Naturraum der Destination als Markenraum neu auseinander zu setzen, die durch die Marke angeregte Erwartungshaltung insbesondere über das Raumerlebnis erlebbar zu machen.

Raum konstituiert sich in der besonderen Beziehung von Orten zueinander und ihrer symbolischen Bedeutung. Er bedarf daher unserer Aufmerksamkeit und Zuwendung. „All diese Raumbeziehungen werden umso wichtiger, je stärker einzelne Personengruppen an einem Ort im Raum verwoben werden, wie dies z.B. an Orten mit großer touristischer Frequenz der Fall ist.“ (Martina Loew, Soziologie des Raumes).


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Die LandsGipfeltreffen_Hechenblaiknerchaft ist  ein wesentliches Auswahlmotiv bei der Reiseplanung.  Mit dem Bild der Alpen wird automatisch eine Vorstellung der Erholung, des Wohlbefindens und der Naturnähe  assoziiert. Jahrhunderte alte Mythen haben unsere Einstellung zur Alpenlandschaft geprägt und leiten gemeinsam mit neuen Ansprüchen und Erwartungen unserer  Buchungsentscheidungen.  Dabei ist eine schleichende Änderung unseres Alpenbildes augenscheinlich.

Diese Veränderung hat der Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner in einer Gegenüberstellung “Gipfeltreffen” von Aufnahmen von 1936 bis 1970 witzig und impressiv sichtbar gemacht. (http://www.zeit.de/kultur/kunst/2009-12/bg-bergwelten). Ihm ist es dabei auf oft witzige Weise gelungen, den Unterschied in der Gleichartigkeit unsere Raumeroberung herauszuschälen und uns von der Landschaft ihre Geschichte erzählen zu lassen.

Wir merken, dass durch die symbolische Verpackung der Produktfaszination “Natur”  eine tiefgreifende Veränderung in der Beziehung zum Ort mit neuen, mystisch und mytischen  Dimensionen in der Raumwahrnehmung bewirkt werden.

Magische Momente entstehen, wenn wir die Magie eines Ortes erahnen können, das heißt sein Wesen, das Wesentliche dahinter, seine Essenz verstehen und denken können. Der Geist eines Ortes wird lebendig, wenn wir eine gewisse  Heiligkeit, eine spirituelle, persönliche und spezifische Präsenz, die den Ort beseelt, mit höherem Sinn erschauen. Die Heiligkeit ist dabei als Art Spiegel zu begreifen, in dem sich die physische Welt nur als Reflexion der tieferen und wirklicheren Welt zeigt. (Paul Devereux – der heilige Ort)

Außerordentlichkeit von Orte enstehen lassen, heißt daher den Mut haben, aus bisherigen Denkmustern herauszutreten, eine Perspektivenveränderung zulassen und selbst den Mut aufzubringen, etwas anderes zu denken. Da unsere Aufmerksamkeit die Gedanken lenkt (Oscar Schellbach) und da unser Hirn was nicht von Interesse ist gnadenlos ausselektiert, müssen wir wirkungsvolle  Erlebnisräumen durch Orte gestalten. Orte, die einladen, mit offenen Augen zu träumen, den Geist des Besuchers aus dem Gefängnis des Alltags befreien und ihn einladen, das Besondere zu denken.

Es geht daher in der Nutzung eines neuen Naturverständnisses und von neuen Ansprüchen an Naturerleben darum, Chora, die geheimnisvolle Ortseigenschaft, den Genius Loci aufzuspüren, Topos, die physikalischen Aspekte eines Ortes als Fusion von Selbst, Raum und Zeit (Stephen Keiht,  Basso Feld) erfahrbar zu machen und den animistischen Geist eines Ortes, der Geist,  der nicht spirituell verstanden wird,  sowie den Logos, die den Ort durchwirkende Gesetzmäßigkeit, zu offenbaren.

Die grundlegende Eigenschaften von besonderen Orten, also Orte (die in direktem Zusammenhang mit dem, was wir als „Landschaftselemente“ klassifizieren – Berggipfel, Quellen, Flüssen, Wälder und Höhlen), die Erfahrungen vermitteln, die sich vom Alltag abheben. Diese Orte  haben eine historische Dimension, so dass sie uns  an frühere Erfahrungen von anderen Menschen erinnern und sind so konstruiert, dass sie unser Bewusstsein in außergewöhnliche Zustände versetzen können (Paul Devereux – der heilige Ort).

In der Gestaltung von Erlebnisräumen kommt daher der Bewußtmachung  des Wesentlichen eines Ortes, der Fähigkeit,  mit der Phantasie des Zuhörers zu  spielen und für das sakrale eines Ortes zu sensibilisieren,  eine zentrale Bedeutung zu. Dem Fotografen Lois Hechenblaikner ist es durch seine Bilder gelungen, mögliche Wirkmuster in unsere Landschaftswahrnehmung und Landschaftsnutzung sichtbar zu machen und in uns ein neues Orts- und Alpenbewußtsein zu erwecken.

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Zusammenfassung der gleichnamigen Beilage in „Die Zeit”, 30.12.2009, “Wissen“ und Interview in der “Zeit” mit  Soziologen Hartmut Rosa

Müßiggang – aller Dinge  Anfang

Die Erinnerung  des Müßiggangs während der Weihnachtsfeiertage  schlummert noch in uns. In früheren Zeiten brachte es einfach Unglück, während der Raunächte zu arbeiten, zu jagen und geschäftig zu sein. Bauer und Gesinde saßen mußevoll bei Kartenspiel und Heißgetränken zusammen, um dem Geisterzug der Wilden Jagd nachzuspüren. Heute plagt uns beim Nichtstun eher ein schlechtes Gewissen, weil wir die ruhige Zeit mit all jenen  Verpflichtungen und Erwartungen vollgestopft haben, für die während des Jahres keine Zeit, keine Gelegenheit und keine Ressourcen vorhanden waren.

Doch  Nichtstun ist wertvoll, nützlich,  ja sogar lebensnotwendig, aber  wir haben es  verlernt. Muße ist  eine  Zeit zum Nachdenken, der geistigen Regeneration  und „Müßiggang ist aller Ideen Anfang“. Durch  zahlreiche Berichte über Erleuchtungserfahrungen von Newton bis Descartes, von Einstein bis Rothschild, von Frankl bis Freud   wird dokumentiert, dass bedeutende Ideen in der Regel in Phasen der Muße und Enspannung geboren werden.

Im   Leben in der Beschleunigungsgesellschaft ist die Zeit der Muße eine  bedrohte Ressource, die  als Mangel alle Lebensbereiche durchzieht. Das Gefühl, permanent unter Druck zu stehen,  das Gehetztsein als Dauerzustand und ein Trommelfeuer der Dauerkommunikation lässt uns  keine Zeit für  mußevollen Stunden des Nichtstun, in denen wir Herr über unsere Zeit sind und unsere eigentliche Bestimmung suchen können. Damit nicht nur unsere Fantasie, die Kreativität und  unter anderm auch unsere sozialen Beziehungen und letztlich unsere Gesundheit aufgrund fehlender  regelmäßiger  Auszeiten vom permanenten Getriebensein leiden,   ist es einfach notwendig,  sich von Zeit zu Zeit eine notwendige Atempause, sich das befreiende Gefühl durch ein  Innehalten zu gewähren. Unser Hirn braucht zur Regeneration Zeiten des Nichtstuns und ein gewisser Leerlauf im Kopf ist für unsere geistige Stabilität lt. Ergebnissen von neurobiologischen Experimenten unabdingbar.

Muße ist aber nicht eine Frage der freien Stunden, besteht nicht in der Konsumation von „Mußeangeboten“  sondern ist letztlich die Kunst, mich bewusst von einer Vielzahl von Optionen abzuschneiden und  mich auf die Intensität eines (dehnbaren) Augenblicks,  auf ein einziges Erlebnis  in Eigenzeit zu konzentrieren. „Wer das versteht, kann erleben, dass sich die Muße unvermutet von hinten anschleicht und uns plötzlich überrascht, wenn wir sie gar nicht suchen!“ (Helga Notwotny)

Wir genießen  das Tempo

Wir haben verlernt, die Muße zu pflegen und unsere guten Vorsätze verpuffen im Alltag sehr schnell, weil wir die Beschleunigung in unserem Leben auch genießen

Beschleunigung und Flexibilisierung vermitteln uns ein Freiheits- und Glücksgefühl. Je mehr Optionen wir haben, je mehr Erlebnisse möglich sind, umso reicher erscheint unser Leben.  Die Beschleunigungsgesellschaft  lebt nach dem Performanceprinzip und vermeint  über ihre Zeit souverän  zu verfügen. ´Wenn Zeit aber “ kostbar“ ist, ist  es ein Problem, Muße zu genießen..

Nichts- tun – oder unser Hirn im Offlinemodus

Ein Forschungsgebiet der Neurologen ist, der Frage nachzugehen. „Was tut unser Hirn, wenn es nichts tut!“ Sie beschreiben  einen  kuriosen  Effekt bei Hirntests : Wenn Probanden aufhörten sich zu konzentrieren, stieg die Betriebsamkeit bestimmter Hirnregionen an und nahmen in umgekehrter Weise bei zielgerichteten Aktivitäten ab (beschrieben als „Default Network“). „Der Leerlaufmodus ist eine nach Innen gerichtete Aktivität des Gehirns, ein Zustand, in dem sich das Zentrum des Bewusstseins mit sich selber beschäftigt.“ Das tägliche Bombardement   an Informationen würde das Hirn in ein gefährliches Ungleichgewicht stürzen, wenn es nicht Ruhepausen gäbe, in denen das Hirn sich selbst überlassen ist (Jan Born, Neuroendokrinologe). Offensichtlich ist ein enger Zusammenhang zwischen Leerlauf-Netzwerk und dem Ich-Bewusstsein gegeben (Brain-Mind-Institut Lausanne).

Die Kunst des Müßiggangs will erlernt werden

bzw. die vier Hindernisse auf dem Weg des Müßiggangs:

  • Das Gefühl des ständig gehetzt Seins ist ein kollektives Problem. Wer von lauter gehetzten Menschen umgeben ist, kann sich plötzlich nicht davon ausnehmen (erstes Hindernis).
  • Wer Muße nur als Zeit von Wellness und Fitness versteht, unterwirft sich wieder einem Nützlichkeitsdenken, das unseren gesamten Arbeitsalltag regiert. (zweites Hindernis). Müßiggang ist das „Fernsein von Geschäften oder Abhaltungen“ (Grimm) als edelste Handlung des Menschen (zu sich selbst kommen, philosophieren, die Natur genießen und nicht nur die Schaffenskraft wiederherstellen). Müßiggang unterliegt keiner Verwertungslogik, sondern Müßiggang ist sich selbst genug
  • Mit permanentem Erwartungsdruck verstellen wir uns selbst den Weg zum Genuss der freien Zeit. (drittes Hindernis)
  • Das vierte Hindernis ist unser Wohlstand, es strengt uns gerade das an, was eigentlich als Glücksversprechen gedacht ist: die schier unendliche Vervielfältigung der Möglichkeiten (mehr, größer, weiter…). Das Mehr an Möglichkeiten macht nicht glücklicher, sondern je größer die Auswahl, umso mühsamer die Entscheidung! Jede Wahl verlangt, auf Alternativen zu verzichten und Verzicht ist als Verlust schmerzlicher als uns der Gewinn freut.

Sich an die Kulturtechniken der Muße wieder erinnern!

Sehnsucht „Einklang“, wir wollen die Welt als Resonanzraum erfahren und sehnen uns danach zu spüren, dass es zwischen  Innenleben  und der Außenwelt einen Widerhall „Einklang“  gibt. Dazu braucht es Muße, diese braucht aber Zeit, eine Auszeit vom täglichen Immer-weiter-so und diese muss gegen viele Versuchungen und Ablenkungen verteidigt werden. Dabei hilft  die „Odysseus-Strategie“:  Man fesselt sich selbst, um nicht den Sirenengesängen der unendlichen Möglichkeiten zu verfallen. Das heißt,  manche Dinge (zB. die Auszeiten) als sakrosankt zu erklären und  zu genießen, indem man mußevolle Haltung einnimmt , eine Zeit, die  nicht mit Erwartungen überfrachtet wird.

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Lesen lernen als regionale Leitidee

Unser  Wanderentwicklungskonzept für die Naturparkregion Zirbitzkogel- Grebenzen beruht auf drei zentralen Überlegungen. Den Handlungsrahmen bestimmte eine Logo Naturparkgemeinsam definierte Leitidee,  diese wird über die  Umsetzung eines attraktiven Leitwegemodells erlebbar aufbereitet und in Form eines erlebnisstarken Leitprodukts vermarktet. Der Kern der entwickelten Leitidee ist das Nutzenversprechen: „Die Natur lesen zu lernen!“.  Sie beruht auf den besonderen Fähigkeiten der Region wie der  gelebten Naturparkphilosophie und  dem  Naturlesepark als authentischer Attraktion und Verbindungsbrücke von Natur- und Kulturraum. Die  ambitionierte Bionikinitiative der Naturparkverwaltung, das interdisziplinäre Bemühen um die Entschlüsselung von „Erfindungen der belebten Natur“ könnte dabei zum Motor der Kompetenzentwicklung mutieren.

Die Menschen lesen seit jeher die Natur

Natur zu verstehen, sie zu nutzen, war für uns Menschen immer schon lebensnotwendig. Das  Lesen von Sternen zur Orientierung, die Enträtselung des  Himmels für das emotionale Wohlbefinden, ein umfassendes Verständnis für Pflanzen, Kräuter und Früchte auf der Suche nach Essbarem, das Erkennen vonLesebaum_Maus Zusammenhängen von Wetter, Klima und Boden im Ackerbau usw.,  einfach alles war für das tägliche Überleben von Bedeutung.  Wir haben allerdings verlernt, die  Zeichen der Natur zu verstehen, sie zu achten und mit der Natur  in Einklang zu leben.  Gerade in der Zeit  großer klimatischer Umstellungen werden wir schmerzlich von der Natur darauf aufmerksam gemacht, dass es einfach lebensbedrohlich sein kann, sie nicht zu verstehen und zu respektieren.

Durch die Leitidee auf die Spur gesetzt, stellt sich die Frage, wie die Kunst des „Naturlesens“ eigentlich funktionieren könnte  und wie dieses Wissen gesammelt, aufbereitet und weitervermittelt werden kann.  In der Recherche und Diskussion  haben sich einige interessante Ansätze herauskristallisiert:

Erzählende Namen (Etymologie, Semantik)

In der Etymologie werden Herkunft und Geschichte der Wörter ergründet und somit die Entwicklung ihrer Bedeutung und Form. „Natur lesen lernen“ heißt auch, die Namen in der Landschaft zu verstehen. Hier gilt es erzählende Namen zu identifizieren, das heißt, die ursprüngliche Bedeutung, die Überlegungen der Namensgeber und verschiedene Interpretationen zu ergründen und Geschichten darüber zu erzählen. Sie sollen den Besucher anregen, selbst über diese Dinge nachzudenken. Bildliche Namen wie Kuhalm, Blasenkogel, Kreuzeck usw., die über die ursprüngliche Landschaftsnutzung, Formen und Eigenschaften Auskunft geben, uns aber auch offenbaren, wie unsere Altvorderen die Landschaft wahrnahmen und nutzten. Auch Ortsnamen (Mariahof, Meier, Major, Moarhöfe) und damit verbundene Symbole und Erkennungsmerkmale, Zusammenhänge und Beziehungen bereichern zukünftig die Erfahrungen und das Erlebnis unserer Besucher. Unsere Sprache wird damit zur Schatztruhe für authentische und spannende Geschichten, die jeder Besucher über die Semantik selber entdecken (entziffern) kann.

Bilder im Kopf erzeugen – Simulakrum

Die Felsen_GesichtNatur rund um uns ist voller Bilder, die erkannt, konstruiert und mit Bedeutung versehen werden wollen. Ein Felsen wird zu etwas Besonderem, wenn wir genau hinschauen. Wir entdecken Gesichter, Figuren und Besonderheiten, die Wolken am Himmel werden zu phantastischen Gestalten, die in wilder Jagd dahinstürmen und das sich kräuselnde Wasser berührt mit seinem ewigen Werden und Vergehen. Wikipedia: “Als Simulakrum bezeichnet man ein wirkliches oder vorgestelltes Ding, ein Abbild, Spiegelbild, Traumbild, Götzenbild, Trugbild, das mit etwas oder jemand anderem verwandt ist oder ihm ähnlich  ist.“ Laden wir unsere Besucher ein, das Gesicht im Felsen zu erkennen (zu finden) sowie die Bilder in der Landschaft, wachsende Formen und ihre jahreszeitlichen Veränderungen mit Phantasie zu lesen.

Regeln – Wetterregeln

Regeln, die seit jeher den Tagesablauf und das Leben der Menschen beeinflusst haben, entstehen häufig aus der Natur heraus.  So verdeutlichen Bauernregeln (Wetterregeln) die Bedeutung, die Natur sprechen zu lassen. „Hat der Zirbitzkogel einen Hut, wird das Wetter wieder gut“ und andere Aussprüche zeigen die Wichtigkeit des Landschaft-Lesens in der Vergangenheit auf. Pflanzen und Tiere als Wetterpropheten, Wolkenformationen und ihre Veränderungen erkennen und interpretieren, das haben unsere Vorfahren Jahrtausende lang geübt,  das Wissen liegt noch in uns vergraben, lassen wir es wieder auferstehen. Das Verhalten der Tiere beobachten, Typologien und Indikatoren erkennen und interpretieren.

Spuren in der Natur lesen können

Fußspuren

Signaturlehre Paracelsus (1)

Beinwell

“Aus der Form der Dinge ist die innere Kraft erkennbar”. (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt  „Paracelsus“, hat diese Methode erstmals dokumentiert und aufbereitet.) Die Zeichen außen lassen und auf die innere Wirkung schließen. Ein Signum, also ein Zeichen, ist die Information, die von jedem Lebewesen, sei es Mensch, Tier oder Pflanze „gesendet“ wird und potentiell empfangen werden kann. Wenn nicht empfangen wird, handelt es sich um ein Empfängerproblem und kein Senderproblem. Die Pflanzen werden in Signaturpflanzen und Sympathiepflanzen eingeteilt und jeder Pflanze wird ob ihrer Form, Farbe  und Wesensart Nutzen- oder Schadensfähigkeit zugesprochen.

Abbildung: Beinwell – Alles Gute für die Beine

Bionik oder Stars und Künstler (in) der Natur

Die Natur hat eine Vielfalt an Formen, Strukturen und Verfahren entwickelt. Diese versetzen uns immer wieder in Erstaunen. Beispielsweise sind die Fäden, aus denen Spinnen ihr Netz weben, leicht und flexibel, aber zugleich haltbar und stabil. Bionik ist systematisches Lernen von der Natur und steht damit in Abgrenzung zur reinen Naturinspiration.

Pflanzen und Tiere als Ideenreservoir
Klettfrucht (Klettverschluss), Lotus-Effekt, Entwicklung von selbstreinigenden Materialien, die Struktur der Wabennester von Bienen

Die Stars in der Landschaft erkennen. Weltrekorde: schneller – höher – weiter,  „sportliche“ Höchstleistungen der Tiere und Pflanzen wie dem Taumelkäfer als schnellstem Sprinter, der auf dem Wasser laufenden Segelechse. Der Floh für höchste Sprünge und der Grashüpfer als Vorbild für Düsenjet und Helikopter.

Die Natur als Verpackungskünstlerin:
Die orangegelbe Kapstachelbeere, die wie ein Lampion erstrahlen kann, die Schale einer Walnuss, die den genau programmierten Lebenszyklus durchläuft

Die Intelligenz der Natur:
Die Schwarmintelligenz der Vögel, einPhönomen der Kommuniktion  die Ameisenalgorithmen – eine Höchstleistung von kombinatorischer Orientierung oder die Feder, ein mulifunktionales Gebilde, um sich in die Lüfte zu erheben, zu schützen und um sich mit den vielfältigsten Farben, Mustern und Strukturen zu schmücken, sich versteht zu tarnen oder zu wehren.

Weitere Ideen sind

Astronomie – Sternenhimmel lesen lernen, den Himmel lesen können (im Stiftsgarten, Sterne schauen), Weissagungen aus Naturmanifestationen (Vogelflug, Innereien usw.)

Rat der Weisen – als Kompetenzträger

In den Diskussionen stellte sich heraus, dass sehr viel altes Wissen in der Bevölkerung schlummert. Deshalb wird sich eine online-gestützte Wissensdatenbank und der “Rat der Weisen” um die Sammlung, Weiterentwicklung und die nutzbringende Anwendung kümmern.

Im nächsten Blogartikel werde ich auf die Idee der Lesegärten, der Lesezeichen und der Naturlesebücher eingehen.


[1] Entnommen aus www.wikipedia.at

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Storytelling

Published on 01 November 2009 by Sieghard Preis in Blog, Erlebnisraumdesign, TAO Villach

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Storytelling – Die Kunst, Geschichten zu erzählen

Geschichten erzählen ist als Wunderwaffe in aller Munde

Angefangen hat alles 1997 mit einem Artikel „Die Dream Society“ GDI impuls 1/97, von Rolf JENSEN. Hier wurde mir erstmals bewusst, dass das klassische Marketing an einem Scheideweg steht und dass die Wiederentdeckung von alten Tugenden eine große Chance darstellt. Die Kernaussagen des Artikels haben bis heute nichts an Aktualität und Bedeutung verloren. Dieser Artikel erzählte die Geschichte von den ewigen Sehnsüchten in unserer Gesellschaft nach Identität, Geborgenheit, Zugehörigkeit, Liebe, Abenteuer, Status, die Geschichten von der ewigen Jugend, unseren  Erfolgen und dem Bestehen im alltäglichen Wettbewerb.

Das Unternehmen mit der besten Geschichte gewinnt

Die Herausforderung für den Marketer ist, den Wechselschritt vom “Scientific Management” zum “Value Management” zu schaffen. Der Unterschied liegt nicht in den Produkten selbst, sondern in der Art und Weise der Kommunikation, die in der Werbung eingesetzt wird. Geschichten erzählen als strategisches Erfolgsmoment wird gefordert. Eine fühlbare Produkt-Story, die emotional den Mehrnutzen und die wichtigsten Kaufargumente des  Produktes nicht nur wirksam, sondern auch mit großer Leichtigkeit in den Kopf und das Herz des Kunden transportiert. Eine Produkt-Story lässt sich jedoch nicht einfach erfinden oder kopieren. Diese Stories sind immer auch Ausdruck eines Wertebekenntnisses des Absenders und beinhalten ein Nutzenversprechen, eine Sehnsuchtserfüllung für den Empfänger.  Da Geschichten ein Wertebekenntnis transportieren, vermitteln sie erstmal ein persönliches Gespür für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und seine Einstellungen, das Unternehmen erhält ein Gesicht. Sie berichten über Ereignisse, nicht über Zustände und sie beinhalten eine tiefe Beziehung zwischen den Geschehnissen.

Emotionen vor Fakten

Ein geistig emotionales Menschenbild gewinnt zunehmend an Einfluss und dieses will durch authentische Produktgeschichten erzählt werden, die zB.

  • von der einen Natur erzählen, deren Bestandteil auch der Mensch ist,
  • von Lebensmitteln mit ethischen und ökologischen Werten,
  • vom “Wir-Gefühl”  der Zusammengehörigkeit berichten,
  • “Heimatgefühl” – Regionalität vermitteln,
  • Sicherheitsgefühl durch lokale Nähe, persönliche Beziehung und kontrollierte Warenqualität versprechen,
  • alternative Heilmethoden – dem Fortschritt der Medizin zum Trotz – vorstellen,
  • “Optimismus” – Mut machen und motivieren,
  • “Kreativität” erkennen lassen,
  • mit “Vernunft” – punkten,
  • den Ursprung offenbaren (“Wissen, wo´s herkommt” )  und
  • “Mehrwert” erlebbar machen.

Menschen lieben Geschichten, Geschichten die authentisch sind, sprachlich überzeugen, deren Nutzen vom Kunden rasch verstanden wird, die dem Kunden die Erfüllung seiner Sehnsüchte in Aussicht stellen.

Urlaub, die Utopie vom schönen Leben oder der Hotelier als Held, der den Gegenalltag erobern hilft

Urlaub zu machen zählt zu den Gütern, die uns sehr viel bedeuten. Mankos ausgleichen und Motive befriedigen, die in dieser Form kein anderes Gut außer Urlaub zu befriedigen vermag. Und gerade weil es unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, was ein schöner Urlaub ist (vom Bedürfnis, wirklich Authentisches kennen zu lernen bis zu dem Genießen extremer neuer Erfahrungen), ist die Notwendigkeit, eine gute Geschichte zu erzählen, besonders ausgeprägt.

Der Hotelier als Held – der das möglich macht, steht neuen Herausforderungen und Fragen gegenüber:

  • Wie macht man Geschichten spannend und interessant?
  • Wie stellt man sicher, dass sie wirklich die richtigen Botschaften vermitteln?
  • Mit welcher Dramaturgie erreicht man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit am besten?

Workshop Ablauf und Inhalte

Eingebettet in einen Geschichtsframe wird über Impulsgeschichten dem Zuhörer die Möglichkeit gegeben, sich das Wesen der Geschichte schrittweise zu erschließen, sich mit der Metageschichte oder mit einigen Charakteren zu identifizieren, die Aufgabenstellung zu erkennen, dem roten Faden zu folgen und durch  Perspektivenwechsel und Spannungselemente gefesselt zu bleiben.

Symbolische Verankerung

Die Herausforderung liegt in der Aufgabenstellung, die Wirkungsfaktoren und den Aufbau von Geschichten bewusst zu machen und gleichzeitig die metaphorische Kraft von starken Bildern einer Geschichte als dramaturgisches Instrument einzusetzen. Ich habe mich daher für drei weitere Mitwirkende mit einer klaren Rollenverteilung entschieden:

  • Dem Tisch aus dem Märchen „Tischlein deck dich!“ als wesentlichem Protagonisten der Geschichte,
  • dem Spiegel aus dem Märchen „Schneewittchen…!“ als Gegenspieler und Antagonist
  • sowie Elil, dem Geschichtselefanten aus “Tausend und einer Nacht“ als Helden, der die Geschichten schlussendlich aus ihrem selbstgewählten Kerker befreit.

Die einzelnen Schwerpunkte des Seminars:

  • Geschichten – ein “Ge-Schichte” von Ereignissen, Vorkommnissen und Geschehnissen
  • Eine entfesselte Geschichte – oder “Der Stoff aus dem Geschichten sind”
  • Den Geschichten laufen lernen
  • Die Kunst des Erzählens und der Belohnung
  • Die Story Maschine

Die Welt ist voller Geschichten, der Tisch ist reich gedeckt

Damit der Zauber der Geschichten sich entfalten kann, braucht es …

… jemanden, der erzählt …

… jemanden, der zuhört …

… und eine Geschichte,

um sie miteinander zu teilen.

Zitat: Mag. Reinhard Likar http://www.geschichtenerzaehler.at/

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Storytelling

Published on 29 Oktober 2009 by Andres Ulrich in Erlebnisraumdesign, Kompetenzen

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Storytelling oder wie erzählt man eine Geschichte. Wir beschäftigen uns im Erlebnisraumdesign intensiv mit dem Geschichten erzählen. Welche Geschichte erzählt die Landschaft, die Natur, die Historie? Aus diesem Hintergrund werden authentische Geschichten gewoben, die den Kunden zum Zuhören bringen.

Ein kurzer Überbick über Storytelling:

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Ist Ischgl eine Wanderregion?  – Antwortsuche im Rahmen eines Workshops

Galtür als Mitglied der Wanderdörfer hat als Teil der  Region Ischgl Paznaun den Zertifizierungsprozeß in der Wandergütesiegelaktion  gestartet. Schon die Sichtung des Werbematerials hat gezeigt, dass Wandern für die Region nicht im zentralen Fokus der Aufmerksamkeit steht. Es bleibt auch nicht verborgen, dass der Gesamtauftritt der Region im Sommer nicht so kompakt funktioniert wie im Winter, wo die Bedeutung von Ischgl als starke Klammer alles überstrahlt.

Machen 1100 km Wanderwege eine Wanderarena?

Screen_Wanderplan

Das symbolische Bild einer Arena ist ein Ort des Wettbewerbs und des Wettkampfs. Das impliziert die Frage nach den Aufführungen, den Gladiatoren, den Helden und gäbe auch eine bildhafte innere Struktur (unterschiedliche Wettkampfstätten, Zuschauerränge usw.). Wir haben uns auf die Suche nach möglichen Helden (Gladiatoren) und ihrer Charaktere gemacht und diese in den drei Gebirgszügen Samnaun, Verwall und Silvretta gefunden. In der Motivorientierung (Züricher Modell, Norbert Bischof) könnte  die Silvretta  mit dem höchsten Gipfel, dem Piz Buin, und  der beeindruckenden Gletscherlandschaft dabei die Rolle der dominanten Herrscherin über diese Region einnehmen. Die Verwallgruppe zeichnet eine weitgehend unberührte hochalpine Almlandschaft aus, in der das karge, aber zufriedene Leben aus der urprünglichen Besiedelung noch spürbar ist.  Damit könnte die Position der Geborgenheit und der Balance gut besetzt werden. Die Position der Stimulanz und des Abenteuers wird von der Samnaungruppe  mit der intensiven Bergbahnerschließung, den Kletterangeboten und den Mountainbiketrails ausgefüllt. Ausgehend von  diesen Charakter-begründenden Bergverankerungen begaben wir uns auf die Suche nach Schauplätzen und ordneten den einzelnen Orten auf Basis einer differenzierenden Zielgruppenfestlegung und ihrer bestehenden Angebotsstrukturen differenzierende Leistungsprogramme zu.

Wanderleitidee wäre wichtig

Die Gesamtaufführung in der zukünftigen Wanderarena sollte über ein hierarisch geordnetes und  produktfähiges Leitwanderwegmodell erfolgen. Aufbauend auf diese Grundlage sind die gestalterischen Maßnahmen zu entwickeln. Im Tal bieten alle alles,  was fehlt, ist eine stärker unter den Orten abgestimmte Angebotsentwicklung, um Wandern auf höchstem Niveau zu verwirklichen.

Galtür könnte dabei aufgrund seiner Talschlußlage und als selbsternanntes Bergsteigerdorf einen glaubwürdigen Mittel- und Höhepunkt in einer bedeutenden Wanderregion in den Ostalpen besetzen. Dazu wird  neben einer sehr stark technisch funktionalen Orientierung auch die Zuwendung an emotionale Angebotsfaktoren von großer Bedeutung sein.

Im Wanderdreieck  bilden   Kappl-See  – Ischgl und Galtür  eine  natürlichen Wanderarena, die in einzigartiger Weise die  Ostalpen auf hohem Niveau erlebbar macht, der aber noch ein geeigneter Spielplan fehlt.

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Im heurigen Arbeitsjahr wurden zwei wesentliche Umsetzungsschritte in der Realisierung des Erlebnisraumprojektes gesetzt. Die Wanderdörfer haben ihren Markenprozess soweit vorangetrieben, dass die strategischen Zielrichtungen und inhaltlichen Arbeitsschwerpunkte klar sind. Im Rahmen der Regionszertifizierung wurden 17 Regionen überprüft, Ergebnisberichte ausgearbeitet und der Handlungsbedarf ermittelt.

Erstmals seit Start des Gütesiegelprozesses (seit 5 Jahren) und aufbauend auf den Ergebnissen des Wandermonitors von 2001 bis 2004 liegen umfassende Erkenntnisse zum Österreichischen Wanderangebot vor, die von unabhängigen Experten erhoben und evaluiert wurden.
Diese Ergebnisse und die Auswirkung der Markenkonzeption auf die zukünftige Angebotsentwicklung werden im Rahmen des Teils als Seminar (am Vormittag) und Teils als Wanderworkshop (am Nachmittag) abgehalten.

Dieser Pflichttermin für alle Wanderdestinationen, das

“Österreichisches Wandersymposium mit dem Schwerpunkt: “Inspiration Natur – Die Magie des Gehens”

findet am Mittwoch, 24. März 2010 in der Nationalparkgemeinde Mallnitz im Nationalparkhaus „BIOS“ statt.

Nähere Infos / Anmeldeformular:

Kontaktadresse:

Babara Eberharter, BSc
babara [punkt] eberharter [ät] tao [punkt] at
Tel.: 04242/257530-12

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Das Waldviertel hat sich als erste österreichische Wanderregion vollzertifizieren lassen.

Der Prozess hat insgesamt zwei Jahre in Anspruch genommen, da es sich auch für den Gütesiegelverein um den Pilot handelte.

Die erste Zertifizierung einer Destination!

Der  nunmehrige Interpretationsworkshop stellt (nach der Ausstellung des Zertifizierungsberichtes im Mai dieses Jahres) den Höhepunkt und Zwischenabschluß im Projekt dar. Für uns ist es eine gute Möglichkeit, das Erlebnisraummodell zu evaluieren und mit dem jetzigen Entwicklungsstand (es befinden sich  zur Zeit 18  Regionen im Zertifizierungsprozess) abzugleichen.

Berichtsband
Berichtsband
Inhaltsangabe - Übersicht
Inhaltsangabe – Übersicht

Mit 59 von 100 möglichen Punkten hat das Waldviertel die Mindesthürde von 51 Punkten erreicht. Als Auflage wurde allerdings als verbindlich noch zu erbringende Leistung der Aufbau einer Wanderangebotsgruppe von Betrieben eingefordert.

456 Erlebnisobjekte verortet

Spannend wurde es für die Workshopteilnehmer in der Erläuterung der Bewertung.  Das Modell geht von einer Leitidee-getriebenen Produkt- und Angebotsgestaltung aus, die sich aus dem Markenbild der Destinaton erschließt. Daher ist es wichtig, eine Leitideen-Analyse, die Bewertung der Ressourcen und die davon abzuleitenden Potentiale durchzuführen. Die Verteilung der Erlebnisobjekte (Points of Interest – POI) im Raum ist die Grundlage für die Beurteilung der natürlichen Erlebnisstrukturen und deren touristische Nutzung. Insgesamt wurden zu diesem Zwecke 456 POI georeferenziert erfasst.

Gesamtbewertung Waldviertel

Gesamtbewertung Waldviertel

Gesucht, eine kraftvolle Leitidee:

Das Waldviertel firmiert unter dem Claim: “Wo wir sind ist oben!”. Das Südliche Waldviertel stellt seine Leistungen als “Mystisch, meditativ und kraftvoll!” dar.  Dadurch ensteht aus unserer Sicht eine Zielkonkurrenz in den sozialen Grundmotiven (siehe Prezipräsentation) nach dem Züricher Modell (http://de.wikipedia.org/wiki/Motivation), der Gleichgewichtstheorie von Norbert Bischof zwischen Geborgenheits-  und Herrschaftsmotiv.

Erlebnisraum - Markenintegrationsmodell

Erlebnisraum - Markenintegrationsmodell

Himmel und Hölle als Bindeglied

Hier zeigte sich in der Diskussion ein spannender Lösungsansatz (kosmisches Gesetz – oben wie unten  – Hermes Trismegistos), der im Landschaftserleben durch die “Hölle” und den “Himmel” authentisch gezeigt werden könnte.  Die Aufgabenstellung, eine einheitliche Markengeschichte zu erzählen, wurde in der Gruppe erkannt und wird in der zukünftigen Produktaufbereitung und Markentintegration des Südlichen Waldviertels Berücksichtigung finden.

Prospekt-Marke

Mystisch - meditativ - kraftvoll

Die Landschaft aus  anderen Blickwinkeln sehen!

Die Herausforderung (vor allem der Workshopteilnehmer) besteht im Mut, die Landschaft aus anderen Blickwinkeln zu sehen. So hat sich das Flußbild als wichtiges gestalterisches und verbindendes Raumelement herauskristallisiert, bei dem die raumprägende Bedeutung der Donau übersehen wird und sich der Peilstein als vernachlässigter Anker- und Orientierungsberg entpuppt.

Ein Bergprofil mit 5 Tausendern

Ein Bergprofil mit 5 Tausendern

Flüsse, die das Landschaftsbild prägen

Flüsse, die das Landschaftsbild prägen

Fünf Kernräume und drei natürliche Erlebnisdistrikte:

In der Erlebnisverdichtung kristallisieren sich fünf Kernräume heraus, die sich um die bedeutenderen Orte bilden, und zu drei differenzierenden natürlichen Erlebniseinheiten verdichtet werden sollten. Es zeigt sich aber auch, daß das  Donauerlebnis mit dem Wallfahrtsort Maria Taferl derzeit in den regionalen Erlebnisraum nicht bedeutungskonform eingebunden ist. Der 22er Rundweg bindet nur teilweise die Schlüsselerlebnisse und die sechs einzelnen Themenwege, die  einzeln bewertet wurden; sie können den Markenclaim “mystisch, meditativ, kraftvoll”  nur ansatzweise einlösen.  Die leitideekonforme Adaptierung des derzeitigen Rundweges (22er Weg) und narrative Einbindung der Einzelwege mit bedeutenden Attraktivierungmaßnahmen wird als wichtig erkannt.

Natürliche Erlebniseinheiten - derzeitiges Wegesystem

Natürliche Erlebniseinheiten - derzeitiges Wegesystem

Der Herzsteinweg - geprüft auf Herz und Nieren

Der Herzsteinweg - geprüft auf Herz und Nieren

Die Hauptproblematik in der Weginszenierung liegt im Fehlen eines attraktiven Erlebnisverlaufes. Schwache und oft unklare Erlebnisstartplätze, unzureichende Vorbereitung auf das Erlebnis und die symbolische Verankerung der Erlebnisse ist entweder nicht gegeben (mystisch) oder ungenügend penetriert.  Vor allem die Aufbereitung von erkennbaren und thematisch ausgerichteten Atmosphärenräumen ist nicht ausreichend gegeben. Ein herausstechendes positives Beispiel stellt allerdings der Traunfellner Kultur- und Kunstweg dar.

Symbolische Sprache - mystische Elemente

Symbolische Sprache - mystische Elemente

Ein wesentlicher Gestaltungsansatz in der Region liegt in einer Erlebnisaufbereitung der Gartenqualität, die verdichtet auf örtlicher Ebene stattfindet. Durch eine funktionelle Aufgabenstellung als Erlebnisstart- und -aufbereitungsinsel  könnten die einzelnen Orte sich einserseits thematisch differenzieren und anderseits einen wesentlichen Beitrag für eine leitproduktkonforme Angebotsgestaltung liefern. Auf diese diskutierten Möglichkeiten wird aus konkurrenztechnischen Gründen nicht vertiefend eingegangen.

Problembereiche und Gestaltungsbeispiele

Problembereiche und Gestaltungsbeispiele

Die einzelnen diskutierten Interventionsebenen

Bedeutungsmanagement

In den Bereich Bedeutungsmanagement fallen vor allem die Inszenierung und gestalterische Aufbereitung der Region bzw. der Wanderwege und Wanderangebote. Im Zuge der gestalterischen Aufbereitung sind Atmosphärenraumgestaltung, Symbolsprache, gebaute Wahrzeichen, Landschaftsmöblierung, Blickpunktgestaltung und Attraktivierungsmaßnahmen mögliche Aktionen für die Umsetzung eines umfassenden Bedeutungsmanagements.

Servicedesign

Zu einem in sich stimmigen Servicedesign zählen Leitprodukte und ergänzende Dienstleistungen, die das Erlebnis vor Ort unterstreichen und erlebbar machen. Zu diesen Serviceleistungen zählen beispielsweise Wandershuttles, organisierte Wandertouren, Wanderprintmedien, Onlinemedien und andere Inklusivleistungsprogramme.

Erlebnislogistik

Ein optimiertes Orientierungs- und Informationssystem unterstützt die Orientierung und ergänzt das Wander- bzw. Destinationsangebot vor Ort. Hierzu zählen eine Willkommensinfrastruktur (Besucherzentren, Wanderstartplätze, Informationspunkte) und ein funktionierendes Besucherleit- und Lenksystem (Übersichtspläne, Beschilderung, Markierung und elektronische Führer, usw.).

Qualitätsmanagement

Zur Sicherstellung der Qualität des Angebotes und somit auch der Zufriedenheit der Gäste, ist ein umfassendes Qualitätsmanagement notwendig. Die Definition der Qualitätsanforderungen, eine kontinuierliche Umsetzung von Qualitätssicherungsmaßnahmen und deren Evaluierung sind die Eckpfeiler des Qualitätsmanagements in einer Region.

Meditative-kraftvolle Ruheplätze

Meditative-kraftvolle Ruheplätze

Meditativ-kraftvolle Sitzmöbel

Meditativ-kraftvolle Sitzmöbel

Steine sprechen lassen

Steine sprechen lassen

Steinsprache sprechen

Steinsprache sprechen

Mystische Steinkultur entwickeln

Mystische Steinkultur entwickeln

Beispielhafte Detailbeurteilung  (Werbe- und Informationsmittel) der einzelnen Gestaltungsbereiche

Stärken:

  • Der Gast erhält vielfältige Printmedien (Imagekatalog, Wanderkarten, spezifische Folder zu den Wanderwegen, Tourenblätter, usw.)
  • Die Marke „Waldviertel“ ist durchgängig präsent und wieder zu erkennen
  • Professionelle Imagebilder und professionelle Texte finden sich in den Imagekatalogen wieder
  • Printmedien sind direkt im Tourismusbüro Yspertal zu erhalten und auch online zu bestellen
  • Einheitlich, professionell und überschaubar gestaltete Imagekataloge und Wanderkarten

Schwächen und Verbesserungsvorschläge:

  • Keine professionelle Gestaltung der spezifischen Erlebnislandkarten der regionalen Wanderwege. (Tourendatenblätter)
  • Die Darstellung der Wanderroute auf den spezifischen Foldern ist schwer lesbar
  • Es wird ein Berggipfelerlebnis kommuniziert, das in Konkurrenz zu ganz Österreich steht
  • Potentielle Positionierungsleistung „Mystik“ auf den ersten Blick nicht erkennbar

Verbesserungsvorschläge -  Integrationsmöglichkeiten:

Erlebnisreiche Touren- und Routenpläne

Erlebnisreiche Touren- und Routenpläne

Die Leitprodukte der Österreichischen Wanderdörfer

Die Leitprodukte der Österreichischen Wanderdörfer

Die Diskussion der Chancen, die  sich aus der Leitmarke ” Österreichische Wanderdörfer” ergeben, zeigt, dass das Markenkonzept einen kreativer Spannungsbogen darstellt. Speziell die  magischen Instrumente wie der Fokus auf  Begegnungsqualität, das Erlebnis Natur ökologisch und lesbar aufbereitet, die Wiederbesinnung und Neuentdeckung der österreichischen Kulinarik gekocht mit heimischen Produkten, die neue Dimension der Erholung durch aktive Regenerationsangebote sind eine Fundgrube für neue Ideen und Leistungen.

Magische Instrumente der Wanderdörfer

Magische Instrumente der Wanderdörfer

Orte als Start- und Attraktionspunkte

Als zusammenfassendes Ergebnis wird die Weiterentwicklung der Orte als Erlebnisstartplatz in Gartenqualität für die ausgemachten Kompetenzthemen, die Überarbeitung des Leitwegekonzeptes auf Basis von thematisch-regionalen Erlebnisschwerpunkten und die Bildung einer betrieblichen Wanderangebotsgruppe vereinbart.

Die Diskussion über die Bildung einer Wanderangebotsgruppe wurde in einem eigenständigen Workshop mit den Betrieben der Region geführt. Dazu gibt es später einen Bericht.

Was sagen Sie dazu? – gerne lesen und hören wir ihre Meinung zur Destinationsgestaltung und – zertifizierung:

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Der erste Eindruck

“Is des was g’scheits?” eine Frage, die mich nach einer intensiven Arbeitswoche schwer beschäftigte und eine skeptische Neugierde begründete. Das ritterliche Ambiente auf der Burg Kaprun und auch die strenge Hierarchiefreiheit unter den Teilnehmern ließ ein Gefühl von König Artus’ Tafelrunde aufkommen, obwohl es keine Runde sondern zwei rechteckige lange Tafeln waren, an denen erwartungsvolle und disziplinierte Teilnehmer sich selbst organisierten. Von den vorgeschlagenen Themen sind mir besonders “User generated content” , “Destination 2.0 von Martin Schobert” und “E-Mailmarketing” ins Auge gestochen. Sehr groß war allerdings mein Erstaunen, als ich in den Sessions “Social Media Monitoring”, “WEB Videomarketing” und “Facebook – richtig nutzen”, in die ich zufällig geraten war, meine oberflächliche Vorstellung von dieser Welt feststellen mußte.

Sozial Media Monitoring oder “Worüber reden die Leute?”

Bei der Erwähnung von mindestens dreizehn Tools ist für mich besonders interessant das Tool “Meltwater” als Online-Clipping Werkzeug, das müssen wir für ÖWD (Österreichs Wanderdörfer) unbedingt einführen. Aber noch wichtiger war die Erkenntnis, dass wir in diesem Bereich ziemlich blank sind und aufgrund der gegebenen Möglichkeiten eher im Blindflug dahinbrausen. Es ist großer Handlungsbedarf gegeben und wir werden darüber hausintern eine “Guideline” anfertigen. Beruhigend war allerdings die gemeinsame Erkenntnis, dass das effizienteste Monitoring immer noch das der Praktikanten ist, daher immer noch einiges an Handarbeit benötigt.

Mindmap über Session

Mindmap über Session - Zusammengestellt von Michael Faber

Web Video Marketing – oder so richtig Spaß bei der Arbeit haben

Where the hell ist Matt?” Offensichtlich haben es alle im Saal bereits gewußt – ich nicht! Das beste Medium, um gute Geschichten zu erzählen und so vielseitig einsetzbar! Mit diesem Medium kann jeder originell, erfinderisch, künstlerisch, ideenreich und wichtig sein. Wir sollten alle unsere Wanderdörfer motivieren, ihre speziellen Wandervideos bei uns zu posten und damit mehr Spaß, mehr Abwechslung und neue Perspektiven auf unserem Portal sichtbar und erfahrbar zu machen. Und offensichtlich ist es ganz leicht, “authentische” Videos zu machen, man/frau muß bei der Aufnahme nur ordentlich wackeln. Und ganz wichtig, die besten Videos findest du bereits auf Youtube.

Einfach ausprobieren und Spaß haben:

Marke im Tourismus – eine lustige Diskussion

Die Marke im Internet ist tot!? So die Behauptung des Eingangsstatements. Aber hier haben sich die WEB Spezialisten aufs Glatteis gewagt. Keine Marke gibt es nicht. Es kann wohl unbekannte, unattraktive, schlechte oder untaugliche Marken geben, aber wie heißt es so schön bei Laotse:  “Das Nennbare ist die Mutter aller Dinge” und sobald ich die Sache benenne, ist schon ein Kristallisationskern für eine Markenbildung gelegt. Aber das hat ja schon Watzlawick mit seinem berühmten Axiom “Man kann nicht nicht kommunizieren!” postuliert (und natürlich auch gepostet!).

Für TAO ist ein definiertes Markenbild die Grundlage für die Entwicklung von Erlebnisräumen und ihre Notwendigkeit steht daher außerhalb jeden Zweifels.

Social Media is like teen sex!

Olaf Nitz ist es gelungen, aufzuzeigen, dass Facebook mit seinen über 250 MIO Nutzern eine eigene Erlebniswelt im Internet darstellt, was die Frage aufwirft, ob es überhaupt notwendig ist, eine eigene WEB Seite zu betreiben oder ob es genügt, sich einfach in die Facebookwelt einzuloggen! Auf alle Fälle sehe ich die Notwendigkeit für die Wanderdörfer, in Facebook zumindest eine Filiale aufzumachen (Wanderdörfer//Facebook). Die wesentlichen Aussagen hat Olaf Nitz auf ppt festgehalten:

Die Welt des Uwe Frers oder ein  Déjà-vu-Erlebnis

TripsbyTips verfolgt offensichtlich eine sehr ähnliche Portalstrategie wie die Wanderdörfer. Vor allem das Integrationsangebot von Destinationen über Widgets und die zukünftige inhaltliche Ausrichtung in der GIS-unterstützten Leistungspräsentation macht diese Plattform für die Wanderdörfer sehr attraktiv. Wir werden uns mit Uwe Frers zusammensetzen (bzw. haben erfolgreiche Vorbereitungsgespräche gestartet) und über eine Kooperation konkret reden.

Zusammenfassung:

Eine spannende Art wertvolle Informationen auszutauschen, wir sollten diese Methode auch für die interne Zusammenarbeit mit unseren Partnern für Nicht-WEB-Themen übernehmen. Die WEB-Welt hat sich einen Spalt weiter für uns geöffnet und unsere Entscheidung, auf Wordpress zu sezten, hat sich in den Diskussionen im Umfeld der Veranstaltung als richtig erwiesen.

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